Natur und Umwelt
Deutschland ist ein Land, das sich mit einer langen Tradition im Bereich Umweltschutz und Naturschutz rühmt. Die Landschaft des Landes ist vielfältig, von den Alpen im Süden bis zu den Nord- und Ostseeküsten im Norden.
Naturschutzgebiete und Naturparks
Deutschland hat eine Vielzahl an Naturschutzgebieten und Naturparks, die dazu beitragen, die biologische Vielfalt zu bewahren und das natürliche Erbe des Landes zu schützen.
Naturschutzgebiete
In Deutschland gibt es derzeit rund 5.000 Naturschutzgebiete, die insgesamt etwa 4% der Landesfläche ausmachen. Diese Gebiete wurden eingerichtet, um besonders schützenswerte Ökosysteme, Pflanzen- und Tierarten zu bewahren. Den höchsten Schutz für Natur bieten Nationalparks.
Nationalpark Berchtesgaden (Bayern)
Dieser Park ist der einzige Alpen-Nationalpark Deutschlands. Hier dominieren hohe Berge, steile Felswände und kristallklare Seen wie der Königssee. Die Landschaft ist spektakulär, aber auch anspruchsvoll. Deshalb richtet sich dieser Nationalpark eher an erfahrene Wanderer und Bergsteiger, die alpine Herausforderungen suchen. Gleichzeitig bietet er aber auch für weniger geübte Besucher beeindruckende Ausblicke und Naturerlebnisse.
Nationalpark Bayerischer Wald (Bayern)
Der Nationalpark Bayerischer Wald ist der älteste Nationalpark Deutschlands und ein Vorreiter im Naturschutz. Sein Leitgedanke „Natur Natur sein lassen“ bedeutet, dass der Mensch möglichst wenig eingreift. Dadurch entstehen wilde Wälder, die sich ständig verändern. Besucher können hier beobachten, wie ein neuer „Urwald“ entsteht. Der Park ist gut erschlossen und bietet viele Informationsangebote, weshalb er sich sowohl für Familien als auch für naturinteressierte Reisende eignet. Hinter der Grenze setzt sich das Waldgebiet in Tschechien fort.
Nationalpark Schwarzwald (Baden-Württemberg)
Im Nationalpark Schwarzwald erwartet Besucher eine Mischung aus dichten Nadelwäldern, Moorlandschaften und ruhigen Tälern. Die Region verbindet Naturerlebnis mit kulturellen Angeboten und regionaler Küche. Dadurch spricht der Nationalpark nicht nur Wanderer, sondern auch Erholungssuchende an, die Natur mit Genuss und Entspannung verbinden möchten.
Nationalpark Unteres Odertal (Brandenburg)
Der Nationalpark Unteres Odertal unterscheidet sich deutlich von den anderen Parks, da er eine Flussauenlandschaft schützt. Regelmäßige Überschwemmungen sorgen für eine besonders hohe Artenvielfalt, vor allem bei Vögeln. Deshalb ist dieser Nationalpark ein Paradies für Vogelbeobachter und Naturfotografen. Gleichzeitig ist die flache Landschaft ideal für Fahrradtouren und ruhige Erkundungen.
Harz (Sachsen-Anhalt und Niedersachsen)
Der Nationalpark Harz ist geprägt von dichten Wäldern, rauem Klima und sagenumwobenen Landschaften rund um den Brocken. Hier kann man erleben, wie sich Natur wieder selbst entwickelt, nachdem viele Flächen früher wirtschaftlich genutzt wurden. Abgestorbene Bäume bleiben stehen und schaffen Lebensraum für neue Arten. Der Harz eignet sich besonders für Wanderer, die gerne längere Touren unternehmen, aber auch für Familien, da es viele gut ausgebaute Wege und Besucherangebote gibt.
Wattenmeer
Es gibt drei große Schutzgebiete entlang der Nordseeküste: der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer. Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer liegt um die Insel Neuwerk und die Düneninseln Scharhörn und Nigehörn, die alle zur Exklave Hamburg-Neuwerk gehören (Hamburg selbst liegt ca. 100 km entfernt davon). Zusammen sind sie Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer.
Das Wattenmeer ist eine einzigartige Küstenlandschaft, die durch den Wechsel von Ebbe und Flut geprägt ist. Zweimal täglich zieht sich das Meer zurück und legt riesige Flächen frei – den sogenannten „Wattboden“. Dieser Lebensraum wirkt auf den ersten Blick karg und langweilig, ist aber extrem artenreich. Millionen von Kleinstlebewesen wie Wattwürmer, Muscheln und Krebse bilden die Grundlage für ein komplexes Ökosystem.
Außerdem ist das Wattenmeer eine der wichtigsten Raststationen für Zugvögel weltweit. Arten aus Sibirien, Skandinavien und sogar Afrika legen hier Zwischenstopps ein, um Energie zu tanken.
Nationalpark Müritz (Mecklenburg-Vorpommern)
Ein weitläufiger Nationalpark mit über 100 miteinander verbundenen Seen, ausgedehnten Wäldern und Mooren. Die ruhige, wasserreiche Landschaft ist ein Paradies für Wassersportler und Radfahrer. Besonders beeindruckend ist die Tierwelt – unter anderem ist der seltene Seeadler hier zuhause, ebenso wie Kraniche und viele andere Vogelarten.
Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft (Mecklenburg-Vorpommern)
Dieser Nationalpark umfasst eine einzigartige Küstenlandschaft aus flachen Lagunen, den sogenannten „Bodden“, sowie Halbinseln, Inseln und Dünen. Durch das Zusammenspiel von Ostsee und Boddengewässern entsteht ein besonders vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Berühmt ist der Park vor allem für die alljährlichen Kranichzüge im Herbst, wenn tausende Vögel hier rasten. Besonders schön ist das kleine Gebiet um den Darßer Ort.
Nationalpark Sächsische Schweiz (Sachsen)
Dieser Park ist berühmt für seine bizarren Sandsteinfelsen, tiefen Schluchten und spektakulären Aussichtspunkte entlang der Elbe. Die Felsformationen wirken fast wie aus einer anderen Welt und bieten einzigartige Wandererlebnisse. Besonders bekannt ist die Basteibrücke, von der aus man einen beeindruckenden Blick über das Elbtal hat. Der Nationalpark ist ein Paradies für Wanderer und Kletterer, da es unzählige Wege und Kletterrouten gibt. Gleichzeitig ist er auch für Tagesausflügler gut geeignet, die einfach nur die Aussicht genießen möchten.
Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern)
Der kleinste Nationalpark Deutschlands schützt die berühmten weißen Kreidefelsen auf Rügen, darunter den bekannten Königsstuhl. Neben der spektakulären Küste gehören auch alte Buchenwälder zum Schutzgebiet, die ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes sind. Der Park ist ideal für Besuchende, die beeindruckende Landschaften mit kurzen Wanderungen verbinden möchten.
Nationalpark Hunsrück-Hochwald (Rheinland-Pfalz und Saarland)
Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald findet man eine vergleichsweise unberührte und ruhige Natur. Alte Buchenwälder wechseln sich mit offenen Hochflächen ab, und insgesamt ist der Park noch weniger touristisch erschlossen als andere.
Hainich (Thüringen)
Der Nationalpark Hainich schützt eines der größten zusammenhängenden Laubwaldgebiete Deutschlands. Besonders bekannt ist er für seine alten Buchenwälder, die ebenfalls zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören. Ein Highlight ist der Baumkronenpfad, auf dem Besucher den Wald aus der Perspektive der Baumwipfel erleben können.
Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen)
Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist vor allem für seine uralten Buchenwälder bekannt, die Teil des UNESCO-Weltnaturerbes sind. Diese Wälder geben einen Eindruck davon, wie Mitteleuropa vor Jahrhunderten ausgesehen hat. In Kombination mit dem Edersee entsteht eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wasser und Wald.
Naturparks und Landschaftsschutzgebiete
Ein Waldgebiet mit unberührter Natur, zahlreichen Tierarten und einem Fokus auf Naturschutz.
Neben den Naturschutzgebieten gibt es auch zahlreiche Naturparks und Landschaftsschutzgebiete. Insgesamt nimmt der Flächenanteil von Naturparks etwa 25% der Gesamtfläche Deutschlands ein. Diese Naturparks sind oft große, zusammenhängende Landschaften, die eine Balance zwischen Naturschutz und menschlicher Nutzung ermöglichen.
In Naturparks sind nachhaltige landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Praktiken erlaubt. Jagd und Tourismus sind ebenfalls möglich, jedoch in einem Rahmen, der den Natur- und Landschaftsschutz respektiert.
Umweltprobleme in Deutschland
Obwohl Deutschland in vielen Bereichen des Umweltschutzes Vorreiter ist, hat das Land in der Vergangenheit mit Umweltverschmutzung und den Folgen des industriellen Wachstums zu kämpfen gehabt. Große Probleme waren Luftverschmutzung in städtischen Gebieten durch Fahrzeuge und Industrie, Verschmutzung und Überdüngung von Gewässern wie des Rheins, der Elbe oder der Donau und Bodenverschmutzung durch Pestizide und Düngemittel. Durch Umweltschutzmaßnahmen konnten diese Probleme inzwischen gut eingedämmt werden. Die Gewässerqualität gilt inzwischen als sehr gut. Lediglich in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, gibt es immer noch hohe Konzentrationen von Nitraten und Phosphaten aus Düngemitteln, die das Wasser belasten. Die Luftbelastung durch Feinstaub überschreitet gelegentlich die von der WHO empfohlenen Grenzwerte, weshalb in vielen Städten Umweltzonen installiert wurden, in denen alte Diselfahrzeuge verboten sind. Auch die Bodenqulität wird international als gut bewertet. Deutschland hat jedoch eine der größten Landwirtschaftsflächen in Europa, und intensive landwirtschaftliche Nutzung führt oft zu einer Eutrophierung (Überdüngung) der Böden sowie zu Bodenversauerung . Ca. 50% der Gesamtfläche Deutschlands sind Ackerfläche und Viehwiesen.
Im internationalen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit einem relativ hohen Anteil (11%) an bebauter Fläche (Tendenz steigend). Dies umfasst städtische Gebiete, Industrieflächen, Verkehrsflächen (4%) und andere Infrastruktur. In den USA und in Schweden liegt der Anteil der bebauten Fläche bei 2-3%, in Frankreich bei 6-7% und in den dicht bevölkerten Niederlande bei 17-18%. Die steigende Bodenversiegelung und die Verkleinerung natürlicher Lebensräume für Tiere durch Straßen und Bauten sind Themen, die auch in Zukunft zu bewältigen sein werden. Andererseits hat Deutschland mit etwa 30% Waldfläche eine der größeren Waldflächen in Europa.
Tiere in Deutschland
Die Fauna in Deutschland ist vielfältig, auch wenn viele traditionelle Arten aufgrund von Habitatverlust und Veränderungen in der Landwirtschaft stark zurückgegangen sind.
Säugetiere
Die häufigsten Tiere in Deutschland (abgesehen von Nutz- und Haustieren) sind Rehe, welche man oft auf Feldern während einer Autofahrt sehen kann. Aufgrund von Wildunfällen und Fraßschäden an neu gepflanzten Bäumen werden ihre Bestände durch Jäger begrenzt. Deutschland beheimatet heute auch zahlreiche Hirsche, Wildschweine und Füchse, die in den Wäldern weit verbreitet sind, teilweise aber auch in urbanes Gebiet vordringen. Kaninchen und Hasen lebend vor allem auf Feldern und Wiesen, wobei Kaninchen auch oft in Stadtpärken anzutreffen sind.
Der Luchs und der Wolf, die in den vergangenen Jahrhunderten fast vollständig ausgerottet wurden, sind seit den letzten Jahren wieder vereinzelt in den deutschen Wäldern anzutreffen. Sogar einzelne Bären wurden wieder in Deutschland gesichtet, teilweise aufgrund „Problembäreverhaltens“ jedoch erschossen. Die Wildkatze, die sehr scheu ist, hat sich in den letzten Jahrzehnten wieder in Deutschland angesiedelt, besonders in den waldreichen Gebieten Ostdeutschlands.
Der Biber war früher in Deutschland weit verbreitet, wurde aber im 19. Jahrhundert ausgerottet. Seit den 1990er Jahren gibt es wieder Biber in vielen Regionen, vor allem in Flusssystemen wie dem Oder- und Elbegebiet. Auch Otter siedeln sich inzwischen wieder vereinzelt an. In den bayrischen Alpen finden sich Alpensteinböcke, Alpenmurmeltiere und Gämse. Mader nisten sich oft in Häusern ein und nagen Autoschläuche oder Stromkabel an. Auch bei Haustierhaltern sind sie wegen ihres räuberischen Verhaltens gefürchtet.
Wisente sehen aus wie Bisambüffel und sind im 16. Jahrhundert ausgestorben. Sie wurden wieder angesiedelt und sind nun in kleiner Zahl in NRW zu finden. Weitere ausgestorbene ehemals heimische Arten sin das Wildpferd, der Auerochse, der Braunbär und der Elch, wobei Braunbär und Elch gelegentlich aus Nachbarländern in deutsches Gebiet eintreten.
Wasserbewohner
Ebenfalls ausgestorben und wiederangesiedelt wurden Lachse. Seehunde und Kegelrobben (die größten Raubtiere Deutschlands) wurde früher stark bejagt und beinahe ausgerottet. Die Bestände konnten sich jedoch gut erholen, sodass nun an der Küste Tiere beobachtet werden können. Im Meer kommen außerdem mehrere Wale vor. In Lübeck werden immer wieder Delfine gesichtet.
Wale
In den deutschen Gewässern der Nordsee und Ostsee sind mehrere Walarten heimisch oder gelegentliche Besucher. Besonders häufig sind Schweinswale, die kleinste und einzige regelmäßig vorkommende Walart in der deutschen Nord- und Ostsee. Sie sind jedoch durch Fischerei, Unterwasserlärm und Umweltverschmutzung gefährdet. In der Nordsee werden zudem immer wieder Große Tümmler und Weißschnauzendelphine gesichtet.
Seltener, aber bemerkenswert, sind Sichtungen größerer Walarten wie Pottwale und Finnwale, die gelegentlich in die Nordsee geraten, oft mit tödlichen Folgen, da sie sich in den flachen Gewässern nicht orientieren können. Auch Buckelwale wurden in den letzten Jahren in der Nordsee häufiger beobachtet. In der Ostsee sind neben Schweinswalen manchmal auch Risso-Delfine und andere Kleinwale zu sehen, doch große Wale verirren sich hier nur selten.
Fische
In Deutschland gibt es eine große Vielfalt an Fischarten in Flüssen, Seen sowie in der Nord- und Ostsee. In den Binnengewässern gehören Hecht, Zander und Barsch zu den häufigsten Raubfischen, während Karpfen, Forellen und Felchen besonders in Seen verbreitet sind. Einige Arten wie der Wels profitieren von steigenden Temperaturen und breiten sich zunehmend aus, während andere wie der Aal stark gefährdet sind, da Wanderwege durch Staudämme und Wasserkraftwerke versperrt werden. Forellen und Felchen (Lachsartige) leiden unter Sauerstoffmangel in wärmeren Gewässern, was ihre Bestände in freier Wildbahn schrumpfen lässt.
In der Nord- und Ostsee sind besonders Dorsch und Hering betroffen. In der Ostsee sind die Dorschbestände massiv eingebrochen, weshalb Fangverbote verhängt wurden. Auch der Hering zeigt starke Rückgänge, bedingt durch Klimawandel und Überfischung. In der Nordsee sind Makrele, Scholle und Seelachs derzeit stabiler, obwohl der steigende Meeresspiegel, wärmere Temperaturen und Sauerstoffmangel langfristig die Fischbestände beeinflussen. Insgesamt zeigt sich, dass einige Arten von den Veränderungen profitieren, während andere durch Umweltbelastungen, Überfischung und den Klimawandel zunehmend gefährdet sind.
Reptilien und Amphibien
Zu den seltenen Reptilien gehören Eidechsen, Blindschleichen, Ringelnattern, Kreuznattern und die europäische Sumpfschildkröte. Zu den Amphibien gehören Salamander, Frösche, Kröten, Unken und Molche. Viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht. Viele dieser Tiere werden (z.B. während Kröterwanderungen) von Autos überfahren und verlieren durch Trockenlegung von Mooren oder Bebauung einen Verlust ihres Lebensraumes.
Invasive Arten
Zu den eingeschleppten Säugetierarten die heimische Arten bedrohen gehören der niedliche aber unbeliebte Waschbär, der sich schnell vermehrende Marderhund, die Bisamratte und Nutria (aka Biberratte). Sie alle leben gerne an Gewässern.
Weitere invasiven Arten sind Kanadagänse und Nilgänse die v.a. in städtischen Parks zusammen mit den Graugänsen (Nachfahren der domestizierten Hausgänse) massenhaft auftreten.
Eine weitere zugewanderte Art sind die Halsbandsittiche, wunderschöne grüne Papageien die von manchen Menschen aufgrund ihrer lauten Stimme und des Vogelkots unbeliebt sind, von anderen aber aufgrund ihres exotischen Aussehens begrüßt werden.
Vögel
Zu den häufigsten Vögeln gehören der Spatz, der Meisen, Amsel, Grünfink, Dompfaff, Stockente, Tauben, Bachstelzen, Möwen, Krähen und Rotkehlchen. Weitere bekannte Arten sind der Kuckuck, der Seeadler (v.a. in McPom und Brandenburg zu finden) und der Steinadler, der in den Alpen zuhause ist. Verbreitete Greifvögel sind Mäusebussarde und Turmfalken, die man oft in landwirtschaftlichen Gebieten sehen kann. Auch Wanderfalken sind hier heimisch.
Deutschland ist auch ein wichtiger Durchzugs- und Brutort für Zugvögel wie Kraniche und Störche. Ein besonders schöner Vogel ist der Eisvogel der in Gewässern in lebt.
Waldbestand in Deutschland
Der Wald ist ein zentrales Element der deutschen Natur. Deutschland hat eine lange Tradition im Waldschutz, und fast ein Drittel der Gesamtfläche des Landes (etwa 11 Millionen Hektar) ist bewaldet, zum größten Teil mit Forstwald. Die deutschen Wälder bestehen hauptsächlich aus Fichten (25 %), Kiefern (23 %), Buchen (16 %) und Eichen (10%), wobei die Buche die ursprünglich am verbreiteste Baumarten war. Da Kiefern und Fichten jedoch schneller wachsen und aufgrund ihrer ätherischen Öle weniger von Rehen angeknabber werden, wurden diese bis vor kurzem in der Forstwirtschaft bevorzugt.
In den letzten Jahrzehnten gab es jedoch auch Veränderungen im Waldbestand. Klimawandel und Luftverschmutzung haben teilweise dazu geführt, dass viele Wälder in Deutschland anfälliger für Krankheiten und Schädlinge wie den Borkenkäfer geworden sind. Die Waldbewirtschaftung wird auf nachhaltige Modelle umgestellt, die natürliche und vielfältige Wälder fördern. Teilweise werden auch Baumarten aus anderen Ländern gepflanzt, da diese mit der Klimaerwärmung besser klar kommen. Besonders großes Potential haben Douglasie, Küsten-Tanne, Roteiche, Robinie und Japanische Lärche.
Deutschland hat mit dem Nationalen Waldprogramm ein Ziel formuliert, das die Nachhaltigkeit der Waldwirtschaft fördert. Viele deutsche Wälder sind inzwischen zertifiziert und werden mit einem Fokus auf Biodiversität und Klimaschutz bewirtschaftet. Dies ist auch einer der Gründe warum Europa (neben China) die einzige Region weltweit ist, in der der Waldbestand nicht abnimmt.
Landwirtschaft in Deutschland
Deutschland zählt zu den ertragreichsten Agrarregionen weltweit. Diese hohe Produktivität ist das Ergebnis milden Klimas, moderner Technik und intensiver Bewirtschaftung. Beim Getreide sind die Erträge pro Hektar deutlich größer als z.B. in tropischen Gebieten. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft stark von Subventionen abhängig: Rund 40 % des landwirtschaftlichen Einkommens stammen aus EU-Direktzahlungen.
Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist stark zurückgegangen. Gab es 1990 noch etwa 630.000 Höfe, sind es heute weniger als 260.000. Auch die landwirtschaftlich genutzte Fläche nimmt langsam ab. Übrig bleiben vor allem größere, spezialisierte Betriebe – kleine Familienhöfe verschwinden zunehmend. Der Beitrag zum BIP ist mit 1% überschaubar.
Auf den Äckern dominieren Getreidearten wie Weizen, Gerste und Mais, die zusammen über 50 % der Ackerfläche ausmachen. Ein erheblicher Teil davon wird als Tierfutter (>55%) oder für Biogasanlagen (>5%) genutzt. Weitere wichtige Kulturen sind Raps und Zuckerrüben. In der Tierhaltung steht Deutschland bei Schweinen und Milch weit oben in Europa: Rund 22 Millionen Schweine und etwa 4 Millionen Milchkühe werden gehalten.
Verarbeitete Produkte wie Fleischwaren, Käse oder Backwaren gehen in großen Mengen ins Ausland. Gleichzeitig werden viele pflanzliche Produkte importiert: Etwa 80 % des Obstes und ein großer Teil des Gemüses stammen aus dem Ausland, ebenso Futtermittel wie Soja.
Klimawandel in Deutschland
Der Klimawandel ist eines der drängendsten globalen Probleme, das auch in Deutschland bereits sichtbare Auswirkungen hat. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Deutschland ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts um etwa 1,7°C gestiegen – ein deutlich schnellerer Anstieg als der weltweite Durchschnitt.
Folgen des Klimawandels für Deutschland:
Veränderte Niederschlagsmuster
In Deutschland nehmen extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Überschwemmungen zu. Im Juli 2021 kam es im Ahrtal (Rheinland-Pfalz) zu extremen Starkregenfällen, die zu verheerenden Überschwemmungen führten. Die Flüsse traten über die Ufer und zerstörten weite Teile der Region. Viele Menschen verloren ihr Leben, und es entstanden enorme Sachschäden.
Gleichzeitig gibt es in einigen Regionen Dürreperioden, die sich negativ auf die Landwirtschaft und die Wasserversorgung auswirken. Im Sommer 2018 erlebte der Rhein einen extrem niedrigen Wasserstand, der die Schifffahrt stark beeinträchtigte. Schiffe konnten nur mit reduzierter Ladung fahren, was zu einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden führte.
Anstieg der Temperaturen
Höhere Temperaturen führen zu Hitzewellen, die insbesondere für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen gesundheitliche Risiken darstellen. Auch die landwirtschaftliche Produktion ist betroffen, da der Anbau bestimmter Pflanzen durch den resultierenden Wassermangel erschwert wird. Bei ausreichender Bewässerung können die steigenden Temperaturen aber auch zu höheren Erträgen führen. Weiter Probleme sind jedoch Waldbrände z.B. in Brandenburg.
In den Alpen schmelzen die Gletscher, was das Risiko von Erdrutschen und Felsstürzen erhöht.
Veränderung der Ökosysteme
Der Klimawandel verändert die Verbreitung von Arten. Einige Arten ziehen in kühlere Regionen, andere können sich aufgrund von veränderten klimatischen Bedingungen nicht mehr fortpflanzen oder verlieren ihren Lebensraum. Die Zerschneidung von Lebensräumen durch Straßen und Baugebiete sowie die Geschwindigkeit des Temperaturanstieges steigern hier die Problematik. Insbesondere Arten, die an kühle und stabile klimatische Bedingungen angepasst sind, wie der Alpenbockkäfer und zahlreiche Fischarten, sind durch den Temperaturanstieg gefährdet.
Meeresspiegelanstieg
Auch der Meeresspiegelanstieg hat Auswirkungen auf Deutschland, vor allem an der Nord- und Ostseeküste. Küstenschutzmaßnahmen und die Anpassung von Infrastruktur sind notwendig, um die Folgen der Überschwemmung und Erosion zu mindern. Bei Sturmfluten sind noch deutlich höhere Pegelanstiege möglich als im Normalzustand.